Mauritius: Vögel 5

Der fünfte und letzte Teil der Vogelbegegnungen auf Mau­ri­ti­us (12. bis 25.10.2019) zeigt zwei interessante Arten der We­ber­­­vö­gel. Webervögel kommen hauptsächlich in Afrika vor. Sie erhielten ihren Namen wegen ihres auffälligem Nestbaus.

Die erste Art, die uns gleich am ersten Morgen begegnete, war der Madagaskarweber (Foudia madagascariensis). Stell dir vor, du sitzt im Urlaub am ersten Morgen auf der Miniterrasse dei­nes Hotelzimmers mit Blick in den Hotelgarten und mit ge­zückter Kamera und wartest darauf, was die tropische Natur, die doch so anders ist als die heimische, alles zu bieten hat. Geweckt haben dich Vogelrufe, die so gar nicht kennst. Der Reihe nach siehst (und hörst) du Rotohrbülbül, Hirtenmaina, Sper­­ber­täubchen, Madagaskar­turtel­taube und Haus­sperling (!), die, dank der Telefunktion deiner Kamera, allesamt wunderschön anzusehen sind. Ihre Farben sind aber bis auf kleinere Aus­nahmen vor allem weiß-braun-grau-schwarz, so wie ich auch die meisten Vögel zu Hause wahrnehme. Plötzlich kommt, wie von einem anderen Stern, ein leuchtend orange-roter Vogel in den Garten herunter­geflogen. Ich war auf jeden Fall hin und weg von dieser Erscheinung und stand staunend vor den Wundern der Natur:

Madagaskarweber (Foudia madagascariensis)

Es handelt sich um ein Männchen des Madagaskar­webers im Brutkleid. Zu anderen Zeiten und bei den anderen Familienmitgliedern ist kaum Farbe zu sehen. Die andernorts gezeigten Bilder dieser Vogelart zeigen anstelle von orangerot oft ein dunkelrot. Ob „meine“ Vögel noch nicht ganz umgefärbt waren oder ob die Variationsbreite der Färbung entsprechend groß ist, weiß ich nicht.

Ein weiteres Bild aus dem Botanischen Garten in Pamplemousses:

Der Madagaskarweber ist ein häufig vorkommender Vogel auf Mauritius, der auch die Nähe menschlicher Behausungen nicht scheut.


Die zweite Art von Webervögeln, die wir gesehen haben, besticht weniger durch ihre Färbung als vielmehr durch ihre Baukünste. Der Vogel ist anscheinend noch weniger scheu als der vorige, denn er trägt den Namen Dorfweber.

Auch diesmal war die erste Begegnung ein großes Staunen. Wir kamen auf unserem Weg entlang der Straße an eine Palme, bei der viele ihrer Wedel kaum noch Blätter hatten, dafür aber etwas anderes:

Palme mit Nestern des Dorfwebers
So fängt der Nestbau an

Ein paar Tage später kommen wir auf einem anderen Weg ebenfalls an einer Dorfweberpalme vorbei. Hier sind die Lichtverhältnisse besser, sodass man die Färbung der Vögel gut sehen kann:

Der Dorfweber kommt in weiten Teilen Afrikas vor. Es gibt einige Unterarten. Die für Mauritius zuständige ist spilonotus, so dass die vollständige Bezeichnung Ploceus cucullatus spilonotus ist. Was ich (Laie) als Unterschied zu anderen Unterarten sehe, ist die weniger ausgedehnte Schwarzfärbung im Kopfbereich.

Die Nestöffnung befindet sich übrigens unten, sodass man sich ein wenig wundert, wieso Eier und Jungvögel nicht herausfallen. Es heißt, dass im Innern eine Art Damm zwischen Eingang und Brutbereich geflochten wird. Meine Achtung vor den Fähigkeiten dieses Vogels steigt dadurch noch ein wenig mehr.

Zum Schluss ein Bild von einem Nest, das mit zahlreichen anderen unter der Palme lag und das wir mit nach Hause genommen haben:

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